In Amerika und Asien ist Driften eine bekannte Motorsportart und nicht mehr wegzudenken. Der Driftsport ist auf vielen Motorsportveranstaltungen das Highlight und es werden mittlerweile Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Welle der “Drift”-Euphorie hat auch Europa erreicht … aber was ist Driftsport eigentlich?

Drifting ist die Bezeichnung für eine Rennsport-Variante, die sich aus illegalen Straßenrennen in Japan mittlerweile zu einem professionellen Sport entwickelt hat. Zum driften werden in der Regel Fahrzeuge mit Hinterradantrieb genutzt, die bei hohen Geschwindigkeiten so gefahren werden, dass die Hinterräder einen höheren Schräglaufwinkel besitzen als die Vorderräder. Es kommt in der Folge zum bekannten „Driften“. Das Driften wurde im professionellen Motorsport zunächst genutzt, um sich einen Vorteil auf der Rennstrecke zu verschaffen. Mittlerweile ist der Driftsport eine eigene Motorsportart.

Driftsport findet wie bereits gesagt mittlerweile in Form von Wettbewerben statt, die in der Regel eine Qualifikationsphase haben. Nur die besten Fahrer haben die Möglichkeit ihr Können schlussendlich in den Final-Läufen unter beweis zu stellen. Die Strecken sind dabei nicht Kilometer-lang, sondern belaufen sich oft auf nur wenige hundert Meter lange kurvenreiche Rundkurse. Oft werden für Driftveranstaltungen auch die Kurvenbereiche bekannter Rennstrecken genutzt. Dazu gehört z.B. auch die Sachskurve des internal bekannten Hockenheimrings.

Doch was macht die Faszination dieser beeindruckenden Motorsport-Nische eigentlich aus und wie läuft ein Drift-Rennen ab? Bewertet werden bei dieser Motorsport-Variante Driftwinkel, Stil, und Linienwahl. Eine Jury entscheidet über die erreichte Gesamtpunktzahl und damit über Sieg und Niederlage. Auch das Tempo spielt natürlich wie überall im klassischen Motorsport eine Rolle: Je schneller desto besser, weshalb auch im Driftsport hohe Geschwindigkeiten wichtig sind, um erfolgreich zu sein.

Ein Rennen besteht wie bereits erwähnt aus mehreren Phasen. In den Qualifikationsläufen müssen sich die Fahrer für die sogenannten “Battles” qualifizieren. In den Battles heißt es dann Fahrer gegen Fahrer im direkten Duell. Im Stil von “Hase gegen Igel” fährt jeder Pilot zwei Durchgänge, einmal vorausfahrend als Führender und einmal als Verfolger.

Der Führende wird nach allen vier oben genannten Kriterien bewertet, der Verfolger nach Aggressivität und Abstand zum Führenden. Je näher ein Pilot am Führungsfahrzeug dran bleibt, desto besser die endgültige Bewertung des Durchganges. Das bedeutet der Fahrer muss während des gesamten Rennens nicht nur allein das eigene, sondern auch das gegnerische Fahrzeug im Auge behalten. Die richtige Strategie und in Millisekunden getroffenen Entscheidungen entscheiden dabei über Sieg oder Niederlage. Im KO-System wird so der Sieger in den jeweiligen Battles ermittelt, der sich schlussendlich im Finale durchsetzen muss.